Tongo Tongo Hinterhalt (3/3) - Teamführer bereiten sich auf das Schlimmste vor

CPT Michael Perozeni und SFC Brent Bartels waren die Führer vor Ort während des Tongo Tongo Anschlags und koordinierten sowohl die amerikanischen, als auch die nigrischen Kräfte.

Bereits vor dem Hinterhalt hatten sie ihre Bedenken bezüglich der Operation geäußert, da sie über keine schweren Waffen oder Luftunterstützung verfügten. Die übergeordnete Führung drängte aber darauf, die Suche nach dem IS-Anführer Doundou Chefou trotzdem fortzusetzen.

Nachdem die Green Berets und ihre Unterstützer angeschossen wurden und zwei Mal ausweichen mussten, um nicht vom Feind eingeschlossen zu werden, wurden sie immer noch von einer großen Anzahl gut bewaffneter Islamisten verfolgt. Da die meisten nigrischen Kräfte nach und nach geflohen waren, fuhren sie nun zu siebt in nur einem Fahrzeug und wurden von mehreren bewaffneten Trucks verfolgt. Während des Ausweichens erlitten 5 der 7 aufgesessenen Soldaten Schusswunden, ein nigrischer Soldat wurde getötet und der Fahrer erhielt einen Ellenbogendurchschuss, fuhr aber weiter. Der Teamleader der Special Forces wurde so schwer getroffen, dass er von der Ladefläche fiel und das Team umkehren musste, um ihn wieder einzusammeln.

Als sie weiter ausweichen konnten, stießen sie auf die 4 Green Berets, welche sich vorher freiwillig von der Gruppe getrennt hatten, um nach den zurückgelassenen Kameraden zu suchen – ohne Erfolg (siehe vorheriger Beitrag). Immer noch waren die feindlichen Kräfte nicht nur zahlenmäßig Überlegen, sondern hatten auch Motorräder, bewaffnete Fahrzeuge und Mörser, mit welchen sie die amerikanischen Teamführer und ihre übrig geblieben Kameraden nun eindeckten. Die Spezialkräfte waren von fast allen Seiten eingeschlossen und setzten einen letzten Funkspruch mit der Information ab, dass sie jeden Moment überrannt werden. Dann zerstörten sie die Funkgeräte und andere sensible Informationen und verabschiedeten sich per Textnachricht von ihren Liebsten. CPT Perozeni versuchte per iMessenger weiter Hilfe anzufordern, die Nachrichten wurden jedoch nicht zugestellt (siehe Foto).

Erst als nach etwa 1 Stunde französische Kommandos mit Luftunterstützung auftauchten, konnten die Überlebenden gerettet werden.

 

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