Der Soldat, der einen Selbstmord-Attentäter zurückhielt

Am Morgen des 8. August 2012 führte CPT Florent Groberg eine Personenschutzabteilung in Asadabad, Afghanistan. Insgesamt 28 Personen sollte er zusammen mit seinen Soldaten von der Militärbasis bis zum Gelände des afghanischen Gouverneurs geleiten. Unter den Personen befanden neben mehreren Kommandeuren der amerikanischen und afghanischen Armee auch zivile Angestellte der USA.

Nach ein paar hundert Metern erreichte die Patrouille eine kleine Brücke, welche einen Engpass auf der Marschstrecke darstellte. Als die Soldaten vor der Brücke anhielten, näherten sich zwei Motorräder aus der entgegengesetzten Richtung, stiegen mitten auf der Brücke ab und rannten zur anderen Seite zurück.

Da sich die anderen Zivilisten in der Nähe der Soldaten ganz normal verhielten, schöpfte Groberg zunächst keinen Verdacht. Dann auf einmal entdeckte eine einzelne Person, die sich der Patrouille von der linken Seite aus rückwärtsgehend näherte. Kurz darauf drehte sich die Gestalt plötzlich um und lief weiter auf die Formation zu, wobei sich eine verdächtige Wölbung unter ihrem Umhang offenbarte. Groberg erkannte, dass es sich um einen Selbstmordattentäter handeln könnte und stürzte sich auf den Mann. Als sich in dem Handgemenge sein Verdacht auf eine Sprengstoffweste bestätigte, stieß er den Aufständischen mit Hilfe eines weiteren Kameraden zurück, worauf der Attentäter auf den Rücken fiel und seine Sprengstoffweste zündete. Die Explosion tötete 4 Amerikaner, schleuderte Groberg etwa 5 Meter nach hinten und löste die Weste eines zweiten Attentäters aus, der sich in der Nähe befunden hatte.

Mit einem gebrochenen Bein, erheblichen Nervenschäden, geplatztem Trommelfell und Schädel-Hirn-Trauma lag Groberg auf der Straße, zog seine Dienstpistole und kroch in Richtung Deckung, bis ihn ein Kamerad fand und in Sicherheit brachte. Er benötigte 3 Jahre und 33 Operationen, um sich von den Verletzungen zu erholen.
Für seinen mutigen Einsatz zur Rettung seiner Kameraden erhielt Groberg am 12. November 2015 die Medal of Honor, deren Ehre er seinen eigenen Worten nach auf die beim Anschlag gefallenen Soldaten übertragen möchte.
 
 
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