Der Pilot, der Feinde mit seinem Gewehr bekämpfte - vom Flugzeug aus

Am späten Nachmittag des 24. Februar 1967 flog Forward Air Controller Capt. Hilliard A. Wilbanks in seiner ungepanzerten Cessna über Tây Nguyên in Vietnam, um Luftaufklärung für eine Einheit der „Vietnamese Rangers“ zu betreiben.
Als er den Boden nach Feinden absuchte, entdeckte er mehrere Einheiten der Vietcong, die einen Hinterhalt auf zwei Bergkuppen ausgelegt hatten. Die südvietnamesischen Ranger waren zahlenmäßig unterlegen und hatten keine Deckung zwischen sich und dem Feind. Sie liefen in eine Falle.

Während Wilbanks die Ranger per Funk warnte, wurde er selbst von den feindlichen Truppen erkannt und direkt beschossen. Er flog durch das schwere Feuer und markierte das Gebiet mit weißen Phosphor-Raketen für angeforderte Luftangriffe. Die Vietcong erkannten, dass ihr Überraschungsangriff gescheitert war und bald Kampfflugzeuge kommen würden, worauf sie den Hügel hinunter auf die vietnamesischen Ranger zustürmten.

Wilbanks beobachtete das Drama von oben und wusste, dass die Kampfflugzeuge nicht rechtzeitig eintreffen würden. Um Zeit zu gewinnen, flog er im Sturzflug auf die Vietcong und feuerte seine letzten Phosphor-Raketen ab, was sie aber nur kurz aufhielt.

Da von der Luftunterstützung immer noch jede Spur fehlte, nahm Wilbanks sein M16-Gewehr, brachte sein Leichtflugzeug auf 30 Meter Höhe und beschoss die Vietcong im Vorbeiflug durch das Seitenfenster. Nachdem er vorbeigeflogen war lud er nach, wendete und entleerte das nächste Magazin auf den Feind. Die Vietcong konnten das Flugzeug am Himmel nun nicht mehr ignorieren und mussten in Stellung gehen, wodurch sich ihr Vormarsch verlangsamte und wertvolle Zeit gewonnen wurde.

Bei seinem dritten Überflug wurde Wilbanks schwer verwundet und stürzte im Kampfgebiet ab, kurz bevor die Luftunterstützung eintraf. Während F-4 Kampfflugzeuge die Vietcong in Schach hielten, liefen US Army Ranger zum Flugzeugwrack von Wilbanks und evakuierten ihn mit dem Hubschrauber. Wilbanks starb leider noch bevor er das Krankenhaus erreichte und hinterließ eine Frau und 4 Kinder. Er wurde posthum mit der Medal of Honor ausgezeichnet.
 
 
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